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Wiesnwesn 2009

Beginnend mit den 90er Jahre und besonders in Laufe 00er Jahre wandelte sich das Oktoberfest immer mehr zu einem sogenannten bayerischen Kostümfest. Das Spektrum dieser Kleidung reichte von low cost Überzieher, billigen Massentrachten bis hin zur teureren modischen Trachten Kreationen. Auch Randgruppen profitieren auf dem Oktoberfest von der Freizügigkeit des Kostümiertes, diese tragen ihre “eigene” Tracht, egal wie extrem diese auch sei. Und ja, es gibt auch noch die wirklich traditionellen Trachten, allerdings sind diese selten oder nur an wenigen Tagen zu sehen. Die grauen Mäuse des Oktoberfestes sind die gewöhnlich gekleideten, eine Minderheit der unsichtbaren Flanierer.

Trotz diesem faschingshaften Rahmen bleiben die Menschen das Interessanteste an diesem Volksfest. Das ist was ich letztendlich mit dieser Serie zeigen möchte.

Alle Bilder, September/Oktober 2009

Dacia & Chauffeur

In der kommunistischen Zeit Rumäniens war die Dacia 1300, eine in Rumänien fabrizierte Kopie des Renault 12, mehr oder weniger das einzige Auto welches man erwerben konnte. Somit waren bis 1989 über 90% der Personenwagens die auf Rumänien Straßen fuhren Dacias.

Meine Eltern hatten natürlich auch eine Dacia und wenn diese verkauft wurde dann folgte wieder eine Dacia, das einzig neue war die Farbe, mal weiß, dann dunkelgrün, dann Buttergelb und so weiter. Obwohl mir als Kind immer schlecht auf dem Rücksitz wurde mochte ich das Fahren mit der Dacia sehr. Ich habe mit der Dacia beinahe ganz Rumänien gesehen und erlebt, meine Eltern waren sehr reisefreudig.

Einerseits versuche ich mit der Serie Dacia & Chauffeur die Erinnerungen an einer kindlich utopischen Zeit, wo zumindest über das Fahrzeug alle gleich waren, wieder aufleben zu lassen. Das Auto spielte keine Rolle, wichtig war wohin man damit fuhr, welche Freunde man besuchte oder die Orte die man damit sah.

Zwanzig Jahre nach dem Fall des Kommunismus ist diese Fahrzeug noch immer auf Rumäniens Straßen präsent. Es ist aber kein Zeichen der Gleichheit mehr sondern der Ungleichheit, es ist das Auto der Armen, die über keine mehrere tausend Euro verfügen um sich ein neueres leisten zu können. Mir ist es wichtig auch die Fahrer in diese Serie zu zeigen denn damit möchte ich mein Respekt und Sympathie vor diesen Menschen zeigen.

Isarleben

Die Isar teilt München, über eine Länge von mehr als 20 Kilometern, in beinahe zwei gleiche Teile. Trotzdem, kommt die Stadt nur an wenigen Stellen bis an die Ufer des Flusses. Man fühlt sich mitten in der Natur obwohl man mitten in der Stadt ist. 

Als Folge dessen ziehen die zum Teil sehr breiten Isarufern die Stadtbewohner stark an. Am Wochenende und insbesondere am den langen Sommerabende ist die Isar Flaniermeile, Grillparty, Sportwiese, Badeplatz und Enstpannsungsoase der Münchner Stadtbewohner. 

Das Betrachten der vielen Menschen, der Menschengruppen, des Geschehens an diesen Tagen in der meist naturbelassenen Flusslandschaft fasziniert mich. Die Natur wird zu einem paradiesischen Ort bevölkert von anscheinend sündenfreien Menschen, die zu einem Urzustand kehren wollen, 

und nur noch in der Gegenwart zu leben, diese wie auch immer zu genießen und die Vergangenheit der Stadt zu vergessen. 

Das Medium der Fotografie kann das Zeitliche nicht erfassen, aber es lässt das Geschehen erahnen und überlässt der Imagination die weitere Handlung. 

Dörfer in Transsilvanien

Die Städte in Transsilvanien, wie in ganz Rumänien, haben sich nach dem Fall des Kommunismus stark entwickelt, durch die Marktwirtschaft hat sich das Bild der Städte deren in Westeuropa in vielerlei Hinsicht angeglichen. Anders sieht es mit den ländlichen Gegenden aus. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, der sogenannte Fortschritt scheint hier nur langsam anzukommen.

Auch nach über 20 Jahren finde ich die hier die Bilder meiner Kindheit, die Idyllen die die restliche Welt für Augenblicke vergessen macht und die Zeit zum stehen bringt.