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Wiesnwesn (1)

Das Oktoberfest in München ist inzwischen das bekannteste Volks- und Bierfest weltweit.

Ende der 90er Jahre und besonders in Laufe 2000er Jahre wandelte sich das Oktoberfest, parallel zu seinem wachsenden Bekanntheitsgrad, immer mehr zu einer Art bayerischen Kostümfest. Das Spektrum dieser Kleidung reicht von low cost Trachten-Stoffüberzieher, billigen Massentrachten bis hin zu teureren modischen Kreationen mit traditionellem Flair. Auch Randgruppen profitieren auf dem Oktoberfest von der Vielfältigkeit des Kostümiertseins, diese tragen ihre “eigene” Tracht, egal wie extrem oder unterschiedlich diese auch sind. 

Man sieht aber auch noch die ursprüngliche traditionellen Kleidung, die abseits der Mode existiert und typisch für bestimmte Regionen und Bräuche sind. Allerdings ist diese Art von Trachtenbekleidung selten oder nur an wenigen Tagen zu sehen. 

Besonders auffallend auf dem Oktoberfest sind die bunte Kirmes- und Bierzeltenlanschaft und der zügellose Alkoholkonsum, welcher nicht ohne Folgen bleibt. Es ist ein ununterbrochener Ausnahmezustand der mehr als zwei Wochen andauert.

Alle diese Aspekte zusammen bilden einen einzigartigen Rahmen für die porträtierten Menschen, die letztendlich das interessanteste an diesem Volksfest sind.

Dacia & Chauffeur

In der kommunistischen Zeit Rumäniens war die Dacia 1300, eine in Rumänien fabrizierte Kopie des Renault 12, mehr oder weniger das einzige Auto welches man erwerben konnte. Somit waren bis 1989 über 90% der Personenwagens die auf Rumänien Straßen fuhren Dacias.

Meine Eltern hatten natürlich auch eine Dacia und wenn diese verkauft wurde dann folgte wieder eine Dacia, das einzig neue war die Farbe, mal weiß, dann dunkelgrün, dann Buttergelb und so weiter. Obwohl mir als Kind immer schlecht auf dem Rücksitz wurde mochte ich das Fahren mit der Dacia sehr. Ich habe mit der Dacia beinahe ganz Rumänien gesehen und erlebt, meine Eltern waren sehr reisefreudig.

Einerseits versuche ich mit der Serie Dacia & Chauffeur die Erinnerungen an einer kindlich utopischen Zeit, wo zumindest über das Fahrzeug alle gleich waren, wieder aufleben zu lassen. Das Auto spielte keine Rolle, wichtig war wohin man damit fuhr, welche Freunde man besuchte oder die Orte die man damit sah.

Zwanzig Jahre nach dem Fall des Kommunismus ist diese Fahrzeug noch immer auf Rumäniens Straßen präsent. Es ist aber kein Zeichen der Gleichheit mehr sondern der Ungleichheit, es ist das Auto der Armen, die über keine mehrere tausend Euro verfügen um sich ein neueres leisten zu können. Mir ist es wichtig auch die Fahrer in diese Serie zu zeigen denn damit möchte ich mein Respekt und Sympathie vor diesen Menschen zeigen.

Isarleben

Isarleben – Teil 1

Die Isar teilt München, über eine Länge von mehr als 20 Kilometern, in beinahe zwei gleiche Teile. Trotzdem, kommt die Stadt nur an wenigen Stellen bis an die Ufer des Flusses. Man fühlt sich mitten in der Natur obwohl man mitten in der Stadt ist. 

Als Folge dessen ziehen die zum Teil sehr breiten Isarufern die Stadtbewohner stark an. Am Wochenende und insbesondere am den langen Sommerabende ist die Isar Flaniermeile, Grillparty, Sportwiese, Badeplatz und Enstpannsungsoase der Münchner Stadtbewohner. 

Das Betrachten der Menschenmassen, der einzelnen Menschengruppen, bis hin zum einzelnen Individuum ist faszinierend. Die Flusslandschaft, die wie Naturbelassen ausschaut, aber letztendlich vollständig vom Menschen gestaltet und gezähmt ist, wird zu einem paradiesischen Rahmen ohne jede Gafahr. Es ist ein Ort bevölkert von Menschen die nur ihrer Lust und Genuß folgen, im Augenblick der Gegenwart leben und die Vergangenheit der Stadt vergessen wollen. 

Diese Serie besteht aus Landschaften voller Menschen, wo die Menschenansammlungen das Wichtige sind  und aus Portraits, der Nahaufnahmen, wo einzelne Persönlichkeiten sichtbar werden. 

Isarleben – Portraits

Isarleben – Teil 2 (Portraits)

Die Isar teilt München, über eine Länge von mehr als 20 Kilometern, in beinahe zwei gleiche Teile. Trotzdem, kommt die Stadt nur an wenigen Stellen bis an die Ufer des Flusses. Man fühlt sich mitten in der Natur obwohl man mitten in der Stadt ist. 

Als Folge dessen ziehen die zum Teil sehr breiten Isarufern die Stadtbewohner stark an. Am Wochenende und insbesondere am den langen Sommerabende ist die Isar Flaniermeile, Grillparty, Sportwiese, Badeplatz und Enstpannsungsoase der Münchner Stadtbewohner. 

Das Betrachten der Menschenmassen, der einzelnen Menschengruppen, bis hin zum einzelnen Individuum ist faszinierend. Die Flusslandschaft, die wie Naturbelassen ausschaut, aber letztendlich vollständig vom Menschen gestaltet und gezähmt ist, wird zu einem paradiesischen Rahmen ohne jede Gafahr. Es ist ein Ort bevölkert von Menschen die nur ihrer Lust und Genuß folgen, im Augenblick der Gegenwart leben und die Vergangenheit der Stadt vergessen wollen. 

Diese Serie besteht aus Landschaften voller Menschen, wo die Menschenmasse beeindrucken und aus Portraits, der Nahaufnahmen, wo einzelne Persönlichkeiten sichtbar werden. 

Dörfer in Transsilvanien

Die Städte in Transsilvanien, wie in ganz Rumänien, haben sich nach dem Fall des Kommunismus stark entwickelt, durch die Marktwirtschaft hat sich das Bild der Städte deren in Westeuropa in vielerlei Hinsicht angeglichen. Anders sieht es mit den ländlichen Gegenden aus. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, der sogenannte Fortschritt scheint hier nur langsam anzukommen.

Auch nach über 20 Jahren finde ich die hier die Bilder meiner Kindheit, die Idyllen die die restliche Welt für Augenblicke vergessen macht und die Zeit zum stehen bringt.

Schäfer & Schafe

Über 10 Millionen Schafe soll es in Rumänien geben. Und um diese Anzahl von Schafen kümmern sich an die 60.000 Schäfer. Tatsächlich sind die Schäfer ein Nationalsymbol in den Karpaten. Seit Jahrhunderten handeln Lieder, Gedichte und Literatur über Schäfer. Und die Schafe sind die heiligen Tiere. Die Schäfer sind ein sehr wichtiger Teil der rumänischen Kultur. Durch ihre langen Reisen mit der Herde, von der Ebene im Winter zu den Bergweiden im Sommer, haben sie viel zur Verbreitung der rumänischen Kultur im Laufe der Jahrhunderten beigetragen. 

Seit dem Beitritt Rumäniens in die EU haben die Schäfer immer mehr mit dem harten Wettbewerb zu kämpfen, ebenso mit neuen Regeln die einer traditionellen Schafzucht widersprechen. Zudem gibt es immer weniger junge Hirten für die Herden. Die neue Generation  interessiert sich kaum noch für diese anstrengende und anspruchsvolle Arbeit. Berghirten bringen für ihre Arbeit einige persönliche Opfer und viel Geld ist nicht damit zu verdienen. Man ist lange von zu Hause weg und lebt isoliert unter sehr harten Bedingungen. Die Herden müssen vor Wölfen und Bären geschützt werden. Regen und Nebel halten teils wochenlang an, selbst im Juni kann es noch schneien.  

Zu den Portraits von Schäfer kam ich durch meine Fotografien von Landschaften in Transsilvanien. Schafherden sind dort häufig anzutreffen und als zusätzliches Landschaftselement waren mir diese stets willkommen. Oft kam ich ins Gespräch mit den Schäfern und mit der Zeit suchte ich sogar diese Begegnung, um ein Portrait machen zu können. So wurde mit der Zeit ein eigenes Fotografieprojekt daraus.

Was mich an der Begegnung mit einem Schafhirten beeindruckt hat, ist die starke Verbundenheit dieser Menschen mit der Natur, eine archaische Art zu sein, die es vor tausenden Jahren schon gab. Wind und Wetter haben die Gesichtszügen gezeichnet und die Augen beobachten beständig die Schafe. Die Hunde sind die Arbeitspartner und mit agiler Bewegung führt der Schäfer die Herde, die sich im ständigen Fluss befindet. Das traditionelle Gewand aus Schafspelzen ist Kleidung am Tag, ist Decke in der Nacht und ist Unterlage für eine kurze Ruhepause. Am meisten aber beeindruckt die freundliche Art und der Frohsinn dieser Menschen. Wahrscheinlich kann man gar nicht anders sein, wenn Natur und Tierwelt einem so nahe stehen.